Stolpersteine in Genthin – erinnern · gedenken · nachdenken
Erneuter Bildvortrag im Rahmen der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“
Nach dem eindrucksvollen und bewegenden Vortragsabend am 27. Januar 2026 anlässlich des Holocaust-Gedenktages wird der Bildvortrag „Stolpersteine in Genthin – erinnern · gedenken · nachdenken“ erneut angeboten. Im Rahmen der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ (16.–29. März 2026) laden die Stadt- und Kreisbibliothek „Edlef Köppen“ Genthin, die „Partnerschaft für Demokratie“ Genthin, Jerichow, Parey sowie der Förderverein Genthiner Stadtgeschichte e. V. am 16. März 2026 um 17 Uhr zu einer weiteren Veranstaltung ein.
Die große Resonanz auf den Vortrag von Christian Kühnel vom Förderverein Genthiner Stadtgeschichte e. V. Ende Januar machte deutlich, wie sehr das Thema die Menschen in Genthin bewegt: Mehr Gäste als angemeldet fanden den Weg in die Bibliothek, der Raum war bis auf den letzten Platz gefüllt, zusätzliche Stühle mussten bereitgestellt werden. Das Publikum hörte gebannt zu, als Kühnel in freier Rede die Lebenswege ehemaliger jüdischer Bürgerinnen und Bürger aus Genthin nachzeichnete.
Im Mittelpunkt steht das Projekt „Gestern waren sie noch Nachbarn – ein Projekt zum Gedenken an die Opfer von Unrecht und Gewalt in den Jahren 1933 bis 1945“. Die von der AG Stolpersteine recherchierten Biographien zeigen, was der Projekttitel ausdrückt: Es waren Nachbarn, Geschäftsleute, Familien – Menschen, die selbstverständlich zur Stadt gehörten, bis sie während der NS-Zeit entrechtet, vertrieben oder ermordet wurden. „Solange die Namen der Menschen bekannt sind, sind sie und ihr Schicksal nicht vergessen“, brachte Kühnel die Bedeutung der Erinnerungsarbeit auf den Punkt.
Seit dem letzten Vortrag Ende Januar konnten durch weitere Recherchen neue Informationen gewonnen werden und werden in den kommenden Vortrag einfließen.
Ab Mai 2026 sollen die ersten zehn der bekannten Stolpersteine der STIFTUNG SPUREN – Gunter Demnig auch nach Genthin geholt werden, unter anderem in die Mühlen- und Brandenburger Straße. Derzeit ist die Finanzierung für diese zehn Steine gesichert; perspektivisch sollen rund 30 Stolpersteine in Genthin und im ehemaligen Landkreis Jerichow II verlegt werden. Die kleinen Messingtafeln im Gehweg erinnern an Menschen, die einst hier lebten – und holen ihre Namen sichtbar zurück in den öffentlichen Raum.
Das Projekt ist langfristig angelegt und wird über mehrere Jahre umgesetzt. Die begleitende historische Forschung wird fortlaufend dokumentiert, auch online. Ziel ist es, vergessene Lebensgeschichten sichtbar zu machen und Erinnerung als lebendigen Teil der Stadtgesellschaft zu verankern.
Bereits im Januar zeigte sich die große Unterstützung aus der Bürgerschaft: Es wurde großzügig für das vollständig spendenfinanzierte Projekt gespendet, weitere Beiträge wurden zugesagt. Auch die Mitarbeitenden der Bibliothek setzten ein besonderes Zeichen, indem sie als Privatpersonen gemeinsam die Kosten für einen Stolperstein übernahmen. Dies unterstreicht die enge Verbundenheit der Bibliothek mit dem Projekt – als Ort gelebter Demokratie und aktiver Erinnerungskultur.
Der Eintritt ist frei. Zur Unterstützung des Projekts „Stolpersteine in Genthin“ wird seitens des Fördervereins Genthiner Stadtgeschichte e.V. um Spenden gebeten.
Eine Anmeldung ist unter 03933 80 56 27 oder wegen begrenzter Plätze erforderlich.
Weiterführende Informationen finden Sie unter www.stolpersteine-genthin.de.
Pressekontakt:
Yvonne Hillmann
Leiterin der Stadt- und Kreisbibliothek „Edlef Köppen“ Genthin
Tel.: 03933 / 80 56 27
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