Altenplathow erhält demnächst eine neue Sirene
Im Frühjahr 2020 musste im Zuge des Grundstücksverkaufs der ehemaligen Schule im Altenplathower Jungfernsteg die seit vielen Jahrzehnten auf dem Gebäudedach befindliche Sirene zurückgebaut werden. Die Sirene vom Typ E 57 (Baujahr 1958) gehörte mit ihrem exponierten Platz in ca. 18 Meter Höhe zum Ortsbild von Altenplathow.
Mit dem Wegfall der Sirene gab es, das sei an dieser Stelle nochmal herausgehoben, keine Defizite in der Alarmierung der 12 Einsatzkräfte der Altenplathower Ortsfeuerwehr. Primär werden sie, wie übrigens alle Feuerwehrangehörige in der Stadt Genthin, mittels digitaler Meldeempfänger alarmiert.
Die Sirene dient nur der Ergänzung der Alarmierung bei bestimmten Einsatzstichwörtern wie Einsätze zur Menschenrettung oder größeren Brandereignissen.
Die insgesamt 10 im Gemeindegebiet der Stadt Genthin vorhandenen Sirenen liegen in städtischer Verantwortung und dienen neben der Alarmierung der Feuerwehr auch der Warnung der Bevölkerung bei gefahrdrohenden Situationen wie schwere Unwetterlagen, Überschwemmungen oder Chemieunfällen. Dabei bilden die Sirenen im System der Bevölkerungswarnung eine Einheit mit anderen zeitgemäßen wie Warn-Apps (NINA, KatWarn) aber auch mit Lautsprecherdurchsagen und stellen einen Warn-Mix dar.
In der Zwischenzeit erfolgte die Prüfung eines neuen Standortes für die Sirene in Altenplathow unter Berücksichtigung der Topographie des Ortsgebietes und der ungehinderten Schallausbreitung des Sirenensignals.
Favorisiert wurde dabei der Bereich an der Friedhofsmauer im Einmündungsbereich Altmärker Straße/ Kleine Waldstraße. Hier soll die Sirene auf einen ca. 16 Meter hohen Stahlgittermast errichtet werden.
Nunmehr ergibt sich die Möglichkeit der Installation einer hochmodernen elektronischen Sirenenanlage, welche auch Durchsagen zur Warnung der Bevölkerung bei Gefahrenlagen ermöglicht.
In Auswertung des bundesweiten Warntages am 10.09.2020 wurde durch das Bundesministerium für Inneres und Heimat ein millionenschweres Förderprogramm zur Erweiterung und Modernisierung des Sirenensystems in der BRD auf dem Weg gebracht. Davon macht nunmehr auch die Stadt Genthin Gebrauch und bringt die Altenplathower Sirene auf den aktuellen Stand der Technik. Dazu soll eine elektronische Hochleistungssirene mit Sprachausgabe (Lautsprecherdurchsage) installiert werden. Elektronische Sirenen erzeugen den Ton mit einem Lautsprecher und einem elektronischen Verstärker.
Während die alte Sirene E 57 mit einer Lautstärke von 101 dB(A) in 35 m Entfernung heult, erzeugt die elektronische Hochleistungssirene einen Sirenenton mit einer Lautstärke von 130 dB (A) auf 35 m Entfernung. Neben der deutlich besseren Hörbarkeit ist ein weiterer Vorteil der elektronischen Sirene die Möglichkeit der Sprachdurchsagen mit Handlungsanweisungen für die zu warnende Bevölkerung. Das stellt einen Quantensprung dar und erhöht die Sicherheit der Bevölkerung.
Die Errichtung weiterer derartiger hochmoderner Sirenenanlagen im Gemeindegebiet ist in Planung.
Mit den Arbeiten zur Errichtung der Altenplathower Sirene wird umgehend nach Bereitstellung der Fördermittel begonnen.
Matthias Günther
Bürgermeister der Einheitsgemeinde Stadt Genthin
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