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Pressemitteilung Nummer 33/2013

Einheitsgemeinde Stadt Genthin, den 17.06.2013

Einheitsgemeinde „Stadt Genthin“

 

Vor wenigen Minuten wurde der Katastrophenfall durch den Landkreis Jerichower Land aufgehoben. Ab morgen wird die Sport- und Schwimmhalle wieder regulär geöffnet sein. Da Bürgertelefon Tel.-Nr.: 03933 / 876 – 300 ist weiter geschaltet, aber außerhalb der normalen Öffnungszeiten der Stadtverwaltung werden eingehende Anrufe auf das Handy der Bereitschaft der Stadtverwaltung der Stadt Genthin umgeleitet.

Der Krisenstab der Stadt Genthin wird sofort aufgelöst. Mein Dank geht an diejenigen Kolleginnen und Kollegen der Stadtverwaltung die in den letzten Tagen über sich hinausgewachsen sind. Sei es die 24h-Besetzung des Krisenstabes, das schnelle und unkomplizierte Lösen von Problemen, die Arbeit der Mitarbeiter/innen des Bauhofes und nicht zuletzt die Kämmerei, die sich innerhalb von wenigen Minuten auf die Auszahlung der Soforthilfe vorbereitet hat und die betroffenen Menschen haben ohne lange zu warten sofort ihr Geld erhalten. Die Stadtverwaltung wird jedoch ab sofort wieder in den „Normalbetrieb“ umschalten. Sicherlich werden viele Dinge liegengeblieben sein, aber in ein paar Tagen sind wir wieder aktuell.

Ich hoffe, dass Engagement vieler Menschen der Stadt „ebbt“ jetzt nicht ab und wir versuchen den Opfern baldmöglichst wieder ein Heim und den so geliebten Alltag zu ermöglichen.

Bitte vergessen Sie nicht unseren Spendenaufruf:

Zahlungsempfänger: Stadt Genthin

Konto-Nr.: 505007436

BLZ: 81054000 (Sparkasse Jerichower Land)

Verwendungszweck: Hochwasser 2013 (wichtig!!!)

 

Die dort eingehenden Beträge werden hälftig ausschließlich den betroffenen Nachbargemeinden - Gemeinde Elbe-Parey und Stadt Jerichow - sofort zur Verfügung gestellt.

Froh und dankbar bin ich, dass die Einwohner der Einheitsgemeinde Stadt Genthin von diesem Hochwasser verschont geblieben sind. Die Nacht vom 9. bis 10. Juni 2013 wird wohl vielen Einwohner und mir in Erinnerung bleiben. Der Deichbruch zwischen Hohenwarthe und Niegripp war ein möglicher GAU und für uns war lange Zeit nicht abzuschätzen, ob er schwerwiegende Folgen für uns haben wird. Zum Glück konnten wir bald aufatmen und unser gesamtes Wirken wieder auf die Unterstützung der Nachbargemeinden ausrichten. Es waren lange und schwere – fast 14 Tage -, aber was ist das schon im Vergleich zu den betroffenen Menschen. In Gedanken müssen wir jedoch bei den Opfern dieser Flut sein und Ihnen nunmehr wirksam helfen.

 

Ich bin voller Dankbarkeit denjenigen Menschen gegenüber, die – manche viele Tage hindurch – unermüdlich gegen die Wassermassen gekämpft haben. Seite an Seite hat man viel bewegt und vielleicht sieht man sich im Alltag, beim Bäcker oder Friseur, erkennt sich, zwinkert sich zu und weiß, auf die oder den ist richtig Verlass, obwohl man sich vermutlich nicht einmal persönlich kennt. Daneben möchte ich mich bei den unzähligen Unternehmen und Personen bedanken, die uns im Hintergrund oder aktiv – z.B. für mich unvergesslich die nicht nur einmal in Gange gesetzte „Armada“ der Transportfahrzeuge – so sehr geholfen haben. Nur deshalb war es möglich, anderen Menschen, Nachbarn und Freunden, effektiv zu helfen und manches Unheil wurde sogar gerade hierdurch verhindert.

 

Neben den vielen unermüdlichen zivilen Helfern, haben aber auch unsere „Hochwasserwehren“ Altenplathow, Dretzel, Gladau, Mützel und Paplitz unermüdlich gegen die Fluten gekämpft. Ihr Einsatz kann gar nicht hoch genug bewertet werden. An der Spitze, natürlich auch ein Fels in der Brandung, unser Stadtwehrleiter Achim Schmechtig, der – wie immer – im Hintergrund die „Zügel“ fest in der Hand hatte. Ebenso waren es aber auch Bundeswehr, DRK, THW usw. usw.. Ich habe bestimmt jemanden vergessen, aber dies soll nur ein erster Dank sein.

 

Noch sind viele Evakuierte in der Stadt. Zu unserer großen Freude, hatten viele Betroffene einen Anlaufpunkt (Familie oder Freunde). Die Diakonie war hier ein verlässlicher Partner für die Evakuierungen in den letzten Tagen, die mit Herrn Grothe für alles diesbezüglich Sorge trug und natürlich weiterhin für die Menschen da ist.

Viele Aktionen sind bereits in Arbeit. Zum Beispiel ein Spendenlauf der Grundschule Stadt Mitte oder die Aktion :“Kleine Herzen, die helfen…“. Ein großes Dankeschön hierfür.

 

Ein letzter Wunsch sei mir gestattet. Vielleicht hat gerade diese Situation gezeigt, wie wichtig es ist, dass sich viele Menschen wieder zu Feuerwehr, DRK, THW usw. bekennen, Mitglieder werden und für künftige Situationen gewappnet sind. Noch hat die Flut und deren Auswirkungen Sachsen-Anhalt fest im Griff und viele Opfer dieser Flut können vermutlich vorerst nicht in Ihre Heimat zurückkehren. Aber jetzt ist es an der Zeit, sich ein T-Shirt z.B. Feuerwehr, DRK, THW usw. überzuziehen und dabei zu sein. Das Gefühl gebraucht zu werden und dann wirklich noch helfen zu können haben viele noch in sich und glauben Sie mir, dies kann man sich mehrmals im Jahr dort „holen“.

Ich darf für mich vorab zusammenfassen. Was die menschlichen Werte und die Solidarität in Genthin sowie den Ortschaften betrifft, brauch diese Stadt Genthin kein diesbezügliches „Leitbild“ mehr.

Der Bürgermeister